Schuhe
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Die Schuhe von Chelles
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Trippen
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Eine der heute bekanntesten modischen Erscheinungen der Schuhmode des Mittelalters sind sogenannte Schnabelschuhe (Poulains). Zwar sind diese im archäologischen Fundgut aus bürgerlichem Kontext nahezu nicht nachzuweisen, doch zeigen zahlreiche Abbildungen modisch gekleideter Bürger diese Schuhmode im späten Mittelalter.
Das hier gezeigte Beispiel orientiert sich dabei stark an den Abbildungen aus dem
Wolfsegger Hausbuch
, die grundsätzliche Formgebung ist jedoch bereits in früheren Handschriften nachzuweisen. Beim konkreten Exemplar handelt es sich um einen einfachen Schlupfschuh mit einer angesetzten Krempe am Schaft.
Abbildungen zeigen weitere Formen von Schnabelschuhen vom ristgeschnürten, seitlich geschnürten bis hin zum Riemchenschnallenschuh. Es ist naheliegend, dass sich in dieser Gruppe von Schuhen alle gebräuchlichen Verschlussarten widerspiegeln, da es sich letztlich nur um eine modische Sonderform der Sohle handelt. Diese ist beim Schnabelschuh nach vorne ausgezogen. Das Oberleder folgt dieser Verlängerung und wird vorne nach dem Wenden mit der Sohle vernäht. Es handelt sich also nicht um ein spezielles, angesetztes Lederstück.
Stand 19.12.2010 14:43:04 Uhr