Schuhe
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Die Schnürung eines Halbschuhs kann auch oben am Schuh erfolgen, wie beim hier abgebildeten Beispiel aus Rindsleder. Dabei ist das Oberleder komplett vernäht und wird nur durch die - in diesem Fall umlaufende - Schnürung fixiert und in Form gebracht. Spätmittelalterliche Formen dieses Schuhs weisen statt der Schnürung komplexere Verschlussmechanismen auf, wie beispielsweise Knöpfriegelverschlüsse.
Der zeitliche Schwerpunkt dieses Schuhtyps ist im 14. Jahrhundert zu suchen, wobei er vom 13.-15. Jahrhundert zu beobachten ist. Entsprechend ist er meist mit einer Paspel versehen, trägt eine Hinterkappe und ist oft im Seitenbereich gedoppelt.
Es existieren auch Formen dieses Schuhtyps, die zeitlich früher angesiedelt werden können. Eine Besonderheit des 12. Jahrhunderts stellt dabei ein sehr weit ausgeschnittener Schuhtyp dar, bei dem der Fersenbereich bis auf Überknöchelhöhe gezogen ist und damit eine Bindung etwa auf Fesselhöhe ermöglicht. Der weite Ausschnitt - daher auch die Einordnung in dieser Kategorie hier - ermöglicht es dem Träger, seine Beinlinge zu zeigen. Diese These stützen zumindest zahlreiche Abbildungen dieses Schuhtyps im adligen oder klerikalen Bereichs des 12. Jahrhunderts. In diesem wird der Schuh natürlich stärker verziert, insbesonder auf dem Vorderblattbereich, z.B. durch Anbringung von Borten, Stickereien, Perlen oder Edelsteinen.
Stand 06.06.2011 22:33:43 Uhr